Punkrock und Beratung

ZUR PERSON: Eric Seitz, Gründer und Geschäftsführer der Partnerseitz Vertriebsarchitekten GmbH, Ludwigshafen

Eines der wichtigsten Wörter, die der deutsche Sprachschatz zu bieten hat, ist für Eric Seitz, Gründer und Geschäftsführer der Partnerseitz GmbH, das Fragewort „Warum“. Dieses Wort spiegelt sehr gut seine Haltung wider: „Ich möchte Dinge nicht einfach nur hinnehmen, sondern verstehen – deshalb frage ich nach und hinterfrage Vieles.“ Kritisches Hinterfragen gehört deshalb auch zu einer der Grunddisziplinen, die das PARTNERSEITZ-Team beherrscht. Die Ludwigshafener Vertriebsarchitekten haben mit ihrer Vorgehensweise immer das Ziel im Fokus, die beste Lösung für den Kunden zu finden. Für Eric Seitz ist es langsam an der Zeit, dass das Pharmamarketing das konservative Graue-Maus-Image ablegt und neue Wege geht – diese dürfen gerne auch unkonventionell sein. Ganz nach der Unternehmensphilosophie: „Pharma darf auch wow sein“. Denn die Pharmaindustrie ist seiner Einschätzung nach eine der innovativsten Branchen überhaupt – und das sollte man auch mehr nach außen zeigen. „Ein bisschen mehr Punkrock in der Beratung und im Markt selbst kann da nicht schaden.“

Schon zu Grundschulzeiten hatte Eric Seitz Probleme damit, Dinge einfach ungefragt hinzunehmen. „Ich habe immer nachgefragt, denn ich wollte verstehen, warum ich dies oder das machen beziehungsweise unterlassen sollte.“ Seine Mutter habe er wohl öfters genervt mit der Frage: „Warum?“. Doch dieses Nachfragen und vor allem auch Hinterfragen ist zu einem wichtigen Antrieb in seinem Leben geworden – vor allem ist es in beruflicher Hinsicht ein entscheidendes Erfolgskriterium: „Gute Beratung basiert auf genauem Zuhören und kritischem Nachfragen“, so Seitz. Auf dieser Grundlage könnten schließlich innovative Lösungen entwickelt werden.

Nach der Schule machte Seitz zunächst eine Ausbildung zum Elektriker. Ihm war jedoch relativ schnell klar, dass er diesen Beruf nicht dauerhaft ausüben wollte. „Ich habe dann eine Zeit lang gejobbt – unter anderem als Gitarrenlehrer für Kinder – und bin viel gereist.“ Nach dieser „Orientierungsphase“ studierte er BWL an der Fachhochschule Ludwigshafen. BWL schien ihm eine gute Grundlage für verschiedene Berufsmöglichkeiten zu sein – „außerdem mag ich gerne Zahlen“.

Beruflich gestartet ist Seitz in einem auf den Healthcaremarkt spezialisierten Beratungsunternehmen und hat dort die „klassische Beraterkarriere“ – vom Junior über Senior bis hin zum Partner – durchlaufen. „Es war eine spannende und lehrreiche Zeit.“ Doch nach acht Jahren war es laut Seitz Zeit für eine Veränderung: „Die Idee, ein eigenes Beratungsunternehmen zu gründen, hatte ich schon länger.“ 2013 war die Zeit schließlich reif für die Gründung der PARTNERSEITZ Vertriebsarchitekten GmbH. Ausschlaggebend waren vor allem drei Gründe: Zum einen war Seitz vom Erfolg seines speziellen Konzeptes komplett überzeugt. „Zum anderen wollte ich eigenverantwortlich arbeiten und selbst bestimmen, wie Dinge umgesetzt werden.“ Und last but not least hätten ihn auch Vertraute und potenzielle Kunden in seiner Absicht bestärkt.

Unter dem Motto „Wir wollen den Pharmavertrieb der Zukunft aktiv mitgestalten“ starteten die Ludwigshafener Vertriebsarchitekten – zu Beginn bestand das Team aus Eric Seitz und Larissa Merkel – mit der Entwicklung und Umsetzung von neuen und intelligenten Vertriebslösungen. Der Fokus lag dabei auf Tandemund Hybridvertriebslösungen für sehr spezialisierte Pharmamärkte.

Wir bündeln unsere Expertise, um für unsere Kunden aus dem Bereich der seltenen Erkrankungen innovative Vertriebslösungen zu entwickeln.

Mit dem Start und der Entwicklung seines Unternehmens ist Eric Seitz „mehr als zufrieden“. Entsprechend der positiven Auftragslage und Neukundengewinnung ist auch die Mitarbeiterzahl inzwischen auf sechs Vertriebsarchitekten angewachsen. 2015 folgte der Innovation-Blog Pharmafutureforum. de und ab dem kommenden Jahr richtet das Team den Berlin Orphan Day (BOD) aus.

In den knapp zwei Jahren am Markt hat sich nach Aussage von Seitz auch das Unternehmen weiterentwickelt. „Wir haben uns im Bereich der Spezialmärkte noch stärker spezialisiert, unser Fokus liegt jetzt auf dem Markt der Orphan Diseases“, so der Geschäftsführer. „Wir bündeln unsere Expertise und unser Know-how, um für unsere Kunden aus dem Bereich der seltenen Erkrankungen innovative Vertriebslösungen zu entwickeln.“ Das Team verfolgt in seinem Tun den Anspruch, als innovativer Dienstleister zu agieren. Oder wie Seitz es formuliert: „Unsere Kreativität und unser Ideenreichtum setzen wir dafür ein, um den Kunden einen echten Mehrwert und Nutzen zu schaffen.“

Dass man tatsächlich ein „innovativer Dienstleister“ ist und es nicht nur auf seine Fahne schreibt, zeigt sich für Seitz unter anderem in der Bereitschaft der Weiterentwicklung seiner Services und des Unternehmens. Und: „Gerade als Dienstleister sollte man den Kunden vor Augen führen, dass man sein eigenes Handwerk beherrscht.“ So sollte auch in der Entwicklung des eigenen Unternehmens eine strategische Handschrift erkennbar sein und die Darstellung nach außen immer up-to-date – bezüglich der Inhalte, aber vor allem auch in der Außendarstellung und der Nutzung der technischen Möglichkeiten.

Dass die Vertriebsarchitekten ihrem eigenen Anspruch gerecht werden können, liegt nach Einschätzung von Seitz auch in der Zusammenstellung des Teams begründet. „Unser Ansatz ist es, unterschiedliche Charaktere zusammenzubringen.“ Durch die heterogene Teamstruktur sei gewährleistet, dass neue Perspektiven und Impulse in die Arbeit eingebracht werden. Besonders zu schätzen weiß Seitz auch, „dass die Mitarbeiter neugierig, selbstbewusst und vor allem kritisch sind“. Das wichtigste und beliebteste Wort bei den Vertriebsarchitekten scheint das Fragewort „Warum“ zu sein – in dieser Hinsicht ähneln sich die Charaktere im Team dann doch. „Wenn man Lemminge einstellt, die zu allem Ja und Amen sagen, kann man keine innovativen Lösungen für den Kunden entwickeln.“

 

 

Über sich selbst sagt Seitz, dass er gerne provoziere. „Es geht mir dabei nicht um das Provozieren um des Provozierens willen, sondern um den Einstieg in eine Diskussion.“ Diese kontrovers geführten Diskussionen seien ebenfalls ein geeigneter Weg, um neue und intelligente Lösungen zu erreichen.

Um die ein oder andere heilige Kuh im Pharmamarketing zu schlachten, braucht es den Mut und die Experimentierfreude aller Akteure.

Was die Herausforderungen der Healthcare-Industrie betrifft, lautet für Eric Seitz das Motto der Stunde „evolve or die“. Will heißen, dass es gerade für Unternehmen überlebenswichtig sei, sich den neuen Entwicklungen anzupassen. „Die Adaption von Innovationen und die digitale Transformation in den Unternehmen sind von entscheidender Bedeutung.“ Dass die Pharmaindustrie einer der innovativsten Märkte überhaupt ist, zeige sich nach außen leider viel zu selten, bedauert Seitz. „Es ist jetzt wirklich an der Zeit, dass das Pharmamarketing das konservative Graue-Maus- Image ablegt.“ Natürlich sei ihm bewusst, dass es sich bei Pharma um einen hochethischen Markt handle und das Thema Gesundheit sensibel behandelt werden müsse. „Das bedeutet im Umkehrschluss aber nicht, dass Pharmamarketing langweilig sein muss.“ Um diese „noch viel zu oft vertretene Haltung in den Unternehmen“ zu verändern, sind die Ludwigshafener Vertriebsarchitekten mit der Unternehmensphilosophie „Pharma darf auch wow sein“ an den Start gegangen. „Diese Botschaft ist unsere Philosophie, unser Credo und unsere feste Überzeugung zugleich“, erklärt Seitz. „Und sie spiegelt sich in unserem ganzen Tun wider.“

Im Gespräch zeigt sich Seitz als Verfechter für mehr Experimentierfreude – dieser Appell richtet sich dabei keineswegs nur an die Unternehmen, sondern durchaus auch an Dienstleister. Um die ein oder andere heilige Kuh im Pharmamarketing zu schlachten bräuchte es den Mut aller Akteure, ist Seitz überzeugt.

Als sein „Lebensvorbild“ nennt Seitz Kurt Cobain, den Gitarristen und Sänger der Grunge- Band Nirvana. „Seine Person und insbesondere seine Musik haben mich enorm beeinflusst. Er hat im Prinzip den ‚soundtrack of my life‘ geschrieben.“ Cobain sei ein „genialer Songwriter“ gewesen. „Er war ein Rebell und gleichzeitig unglaublich sensibel – diese Zerrissenheit hat sich auch in seinen Songtexten niedergeschlagen, die das Lebensgefühl einer ganzen Generation getroffen haben.“

Auf die Frage nach der Persönlichkeit, die er gerne treffen würde, nennt Seitz den US-amerikanischen Skateboard-Star Tony Hawk. „Ich würde mit ihm Skateboardfahren, Bier trinken und über Gott und die Welt quatschen.“ Oder kurz gesagt: „Einfach eine coole Zeit zusammen verbringen.“ Auch im Hinblick auf Marketing sei Hawk ein interessanter Typ, der es geschafft habe, sowohl das Skateboarden als auch seine eigene Person genial zu vermarkten. Um den Kopf frei zu bekommen und zu entspannen, spielt Seitz mit seiner XBox One „Tomb Raider“ und „Halo 5“.

Dass Musik ein wichtiger Bestandteil seines Lebens ist, zeigt sich auch darin, dass Seitz seit 20 Jahren Gitarrist in einer Punkrockband ist. Und damit ist nun auch klar, wie der Punkrock in die Beratung kommt.


Gepostet von Larissa Winterle in der Kategorie News

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Larissa Winterle ist Gründungsmitglied und Senior Projektmanager bei PARTNERSEITZ HEALTH. Die Gesundheitsökonomin ist auf Kommunikations- & Marketingkonzepte für seltene Erkrankungen und personalisierte Therapien spezialisiert.